Herbert Grabe Fotografie | Artwork
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Eine kleine Kapelle mit barockem Muster bei Kiefenholz in der Oberpfalz, Gemeinde Wörth an der Donau. Sie ist von zwei Lindenbäumen flankiert, wie es sich gehört. Die Fotos entstanden zwischen 1987 und 1992. Heute, über 25 Jahre später, erscheint der linke Baum in vermeintlich größerer Distanz zum rechten, weil ein verbindender Ast abhanden kam. Auch die rechte Linde hat Substanz verloren. Ob es nun an den Einträgen der Landwirtschaft liegt – Acker vor dem Ensemble, Acker dahinter – oder die ungeschütze, windfangende Lage auf freier Feldflur, sei dahingestellt. Kirchlein und Bäume haben jedenfalls und glücklicherweise bisher die massiven landschaftlichen Veränderungen überlebt, die mit der Kanalisierung der Donau, dem Autobahn- und Autobahnbrückenbau und der Ausräumung der Landschaft zugunsten leichterer Bewirtschaftungsmethoden einhergingen.

Nachtrag August 2026: Ein Gewitter zog über das Land, ein Blitz schlug ein und die rechte der beiden Linden fing an, lichterloh zu brennen. Die Feuerwehr löschte, was noch zu löschen war. Trotz der Nachtstunde lockte das Unglück Schaulustige an, und die beiden Linden waren einige Tage lang wieder Gesprächsthema. Die Zeitung vor Ort schrieb mehrmals darüber und nach einem längeren Gespräch, das der zuständige Redakteur mit mir führte, entstand schließlich eine ganze Zeitungsseite zum Thema Lindenbaum. Das Buch »Lindenzeit« kam zur Sprache und meine Arbeit in Sachen Linden ab Mitte der Achtziger Jahre. 
Hier ist ein wenig ›Lindenwissen‹ zum Nachlesen … (klick)   
und hier auch: https://www.idowa.de/regionen/woerth-und-regensburg/woerth/donaustaufer-erklaert-den-einfluss-der-linde-auf-die-deutsche-kultur-art-409636